Interview mit Sylvia

  

Sylvia, du leitest den Entdecker-Club. Seit wann?

Seit 2014. Angefangen hat das Ganze, als wir festgestellt haben, dass wir gar keine Jungschar haben. In meiner Kindheit in einem anderen Dorf hatten wir eine tolle Jungschar. Ursel Balheim kam dann auf mich zu und fragte, ob ich nicht Lust hätte, mit ihr eine zu gründen.

Ich habe im Internet nachgeschaut, was andere Gemeinden so mit ihren Kindern machen. Ich stieß auf eine Gemeinde in Wolfsburg, die gerade ein Konzept entwickelt hatte. Dort trafen sich die Helfer einmal im Monat mit den Kindern zu einem längeren Treffen mit Mittagessen. Sie hatten auch einige Stundenentwürfe in einem Buch veröffentlicht.

Kommst du eigentlich aus dem erzieherischen Bereich?

Nein, ich bin Medizinische Informatikerin und arbeite im Krankenhaus.

Das war dann ein ganz neues Gebiet für dich. Aber immerhin hast du eigene Kinder.

An denen habe ich manchmal ausprobiert, ob eine Idee funktioniert oder nicht, zum Beispiel bei Bastelideen.

Kannst du mir mal beschreiben, wie so ein Tag abläuft?

Wir haben eine feste Struktur, die wir für uns als passend gefunden haben. Der Entdecker-Club findet alle zwei Monate samstags von 11-14 Uhr statt.

In der Ankommensphase melden sich die Kinder an. Die Kinder bekommen ein Namensschild, damit wir sie mit Namen ansprechen können. Solange machen wir ein Spiel, zu dem man die Kinder kontinuierlich dazu nehmen kann. Sie kommen unangemeldet (außer unter Corona-Bedingungen). Es ist uns wichtig, dass die Kinder Lust haben zu kommen und nicht, weil sie angemeldet sind. Vor Corona kamen meistens so um die 35-40 Kinder.

Wenn alle im großen Raum da sind, gibt es eine Moderation von Emanuel und es werden Lieder gesungen. Danach kommt ein Anspiel, das die Betreuer vorspielen, und das zu dem Thema des Tages passt. Da versuchen wir auch, kreativ zu sein. Mal ist es ein Fußtheater, mal ein Anspiel mit Verkleidung, also immer ganz unterschiedlich.

Nach dem Anspiel basteln wir. Wir gehen dabei in den kleinen Raum, während der große Raum für das Mittagessen vorbereitet wird. Das Küchenteam bereitet das Essen vor, am liebsten die Entdecker-Club-Nudeln mit Tomaten- und Hackfleischsoße, dazu Karotten und Äpfel. Zusammen mit den Kindern machen wir alle eine Essens- und Trinkpause.

Danach folgt so etwa 1,5 Stunden eine Spielphase. Sehr oft machen wir Gruppenspiele. Oder es gibt einen Parcours, der zu unserem Thema im Anspiel passt.

Kannst du dich vielleicht noch an einige Themen erinnern, die ihr gehabt habt?

Wir hatten zum Beispiel „Freundschaft entdecken“, „Maskenball“ oder „Martin Luther“, ganz verschiedene Themen.

Das hat aber nicht immer was mit Bibel zu tun, mit Kirche?

Eigentlich schon. Bei dem Thema „Freundschaft entdecken“ haben wir zusammen mit den Kindern die Heilung des Gelähmten nachgespielt.

Kommen die Kinder immer wieder?

Ja, oft. Ich hatte mal nachgezählt. Damals hatten wir über 150 verschiedene Kinder gehabt. Inzwischen dürften es über 200 Kinder sein.

Ihr macht doch manchmal auch Dinge, die außerhalb des Gemeindehauses stattfinden.

Eigentlich bleiben wir meistens schon in der Nähe des Gemeindehauses, aber wir wollen den Kindern auch viel Abwechslungsreiches anbieten.

Deshalb waren wir mit den Kindern einmal im Wald. Dazu hatten wir einen Waldpädagogen eingeladen, der Stationen vorbereitet hatte, leider hatten wir total schlechtes Wetter. Traditionell haben wir beim Entdecker-Club eher schlechtes Wetter, was für uns okay ist, denn dann bringen die Eltern ihre Kinder gern zu uns.

Einmal waren wir mit einer großen Gruppe im Ostergarten in Sinsheim oder zu Corona-Zeiten haben wir eine Rallye durch den Ort durchgeführt. Solche Aktionen machen wir auch, aber sie sind für uns natürlich viel aufwändiger, und wir brauchen viele Betreuer dafür.

Du sagst, ihr habt viele Leute, die mithelfen – in der Küche, bei der Organisation, aber ihr bräuchtet noch weitere Helfer.

Wir sind zwar ein großes Team, aber es ist immer gut, wenn genügend Personen helfen können, so dass jemand auch mal aussetzen kann.

Viele haben bei uns als junge Eltern, die selbst Kinder im Entdecker-Club-Alter hatten, angefangen.

Was erwartet ihr von neuen Mitarbeitern?

Eigentlich nur Lust, mit den Kindern auf Endeckungsreise zu gehen.

Wichtig ist noch zu wissen, dass wir zwei Wochen vorher ein Vorbereitungstreffen für etwa 1,5 Stunden haben, bei dem wir das Thema durchsprechen und Einfälle diskutieren, was wir machen könnten. Danach wird der Ablauf festgelegt und wer was besorgt, z.B. Bastelmaterial oder Requisiten für das Anspiel. Die Rollen und Aufgaben werden jedes Mal neu verteilt.

Am Entdecker-Club Tag treffen wir uns 2 Stunden vorher zur Vorbereitung, also um 9 Uhr. Da wird zum ersten und einzigen Mal das Anspiel durchgeprobt. Jeder darf seinen Text ablesen, wir lernen ihn nicht auswendig. Danach bauen wir die Spiel- und Bastelstationen auf und nach dem Entdecker-Club brauchen wir noch eine halbe Stunde zum Aufräumen.

Das ist dann ein Zeitaufwand von 9 bis 14.30 Uhr. Wenn man mitmachen möchte, muss man ja wissen, was einen erwartet.

In der Corona-Zeit haben wir den Entdecker-Club kürzer gehalten, doch wir wollen wieder zu unserem ursprünglichen System zurückkehren. Unsere Termine planen wir immer für ein Schuljahr im Voraus. Das Entdecker-Club-Jahr beenden wir dann im Sommer mit einem Entdecker-Club-Grillabend für die Mitarbeiter.

Wenn wir die Kinder nur alle 2 Monate sehen, können wir natürlich keine enge Beziehung aufbauen. Das ist zwar schade, aber zumindest können wir den Kindern einen Bezug zur Gemeinde geben, sie lernen das Gemeindehaus und die Kirche kennen, die auch manchmal in die Spiele mit einbezogen wird. Wir können ihnen vor allem christliche Werte vermitteln.

Ankommensspiel Sitzhandball
Kirchenfenster-Mandalas
Fußtheater
Besuch beim Ostergarten
Maskenball
Waldrallye
Lichterfest

... und geh mit uns auf eine spannende Entdecker-Club-Reise.

Einfach melden bei Sylvia Böttger sc.boettger@yahoo.de oder

Freundschaft